es3tag zu Cloud9 – Ist ein Spieler 2.000.000 Dollar wert? – CS:GO

es3tag wechselt von Astralis zu Cloud9. Die US-amerikanische Organisation lässt sich das Unterfangen 2.100.000 US-Dollar kosten. Doch kann ein Spieler wirklich so viel wert sein?

“Es geht um faire Löhne und darum, den Marktwert richtig zu beurteilen”. Das sagte Henry “HenryG” Greer im HLTV Confirmed Podcast. Der Manager von Cloud9 will große Transparenz bei seinen Deals und schimpfte über Organisationen, die sich nicht trauen, ihre Zahlen offenzulegen. Der Grund der Verschwiegenheit seien unfaire Löhne. “Peinlich” sei es, so der Brite.

Doch ein fairer Lohn wird nur dann bezahlt, wenn die Organisation, die diesen ausschüttet, auch den Gegenwert einnehmen kann und dabei keine roten Zahlen schreibt. Rund 4.000.000 US-Dollar soll das Team von Cloud9 kosten. Dazu zählen Ablösesummen und Gehälter für drei Jahre. Leistungsboni sind nicht inklusive, laut HenryG.

Wie setzt sich der Wert eines Spielers zusammen?

Natürlich gibt es dafür keine 100% korrekte Formel, doch es gibt nicht allzu viele Faktoren, die den Wert eines Spielers beeinflussen. Grundsätzlich sind es der sportliche Erfolg und der Markenwert des Spielers.

Zum Vergleich: Cristiano Ronaldo wechselte für rund 100 Millionen Euro von Real Madrid zu Juventus Turin. Während der sportliche Wert vom Portugiesen unbestritten ist, war dieser jedoch eher zweitrangig.

Die Marke Juventus bekam durch die Verpflichtung einen riesigen Boost in der internationalen Wahrnehmung. Trikot-Verkäufe schossen in die Höhe, was sich wiederum positiv auf Sponsoring-Einnahmen auswirken kann.

Ähnliches versucht HenryG nun auch in CS:GO. Die Marke Cloud9 soll immer weiter ausgebaut und mit sportlichem Erfolg gefestigt werden. Klar ist dabei aber auch, dass nicht jeder Spieler das Gleiche wert ist: “Spieler, deren Trikots sich verkaufen und die Zuschauer in die Hallen treiben, sind mehr wert”, so HenryG.

es3tag soll dabei die treibende Kraft sein. Als Aushängeschild verdient er, schenkt man einem Leak auf Twitter durch den User “RyanatRBM” Glauben, am meisten im Team.

Doch warum es3tag. Zwar konnte der Däne bei Astralis überzeugen, doch eine große Marke ist er noch nicht.

Zahlen aus der Vergangenheit machen skeptisch

Immer wieder spricht HenryG von “Top 10 Team”. Dies ist das große Ziel. Ein Top 10 Team hat immer wieder die Möglichkeiten, auf große und prestigeträchtige Events eingeladen zu werden und so auch immer wieder Preisgeld in die Kassen zu spülen.

Wirft man ein Blick auf die Zahlen der vergangenen Jahre, wird schnell klar, dass nur mit Preisgeld die vier Millionen schwer wieder reinzuholen sind. Astralis und Team Liquid sind die einzigen beiden Teams, die in den vergangenen drei Jahren (Vertragslaufzeit der Cloud9-Spieler als Vergleichswert) mehr als vier Millionen US-Dollar eingespielt haben.

Dieses Geld fließt aber an die Spieler und nur zum Teil an die Organisation. Ein konstantes Top 10 Team, welches auch immer mal wieder Turniere gewinnen konnte, ist G2 Esports. Dieses Team hat lediglich 2,3 Millionen Dollar erspielen können.

Dazu kommt, dass aufgrund der Corona-Zeit die Preisgelder nicht mal annähernd auf dem Niveau der vergangenen Jahre sind und kaum jemand weiß, wann sich das wieder normalisieren wird.

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Markenbildung als einzige Möglichkeit

Natürlich ist Cloud9 im Esport und auch in CS:GO einige riesige Marke. Vor knapp zwei Jahren konnte sich die US-amerikanische Organisation sogar den Weltmeister-Titel beim ELEAGUE Boston Major 2018 sichern.

Doch die Spieler, die Cloud9 verpflichtet hat, sind noch lange keine Weltstars der CS:GO-Szene. Sie sind kein s1mple, kein NiKo und auch kein dev1ce. Doch das könnten sie werden. Sollte der sportliche Erfolg kommen, so wird der wichtigste Schritt zur Refinanzierung der Spieler die Markenbildung sein. Auch es3tag hat da noch einiges an Potenzial nach oben. Medienpräsenz, Visibilität der Sponsoren auf seiner Brust und Anziehungskraft für Fans sind Mittel und Wege, seinen Wert zu rechtfertigen. Noch ist der 24-Jährige davon allerdings weit entfernt.

  • Esportler haben Probleme mit der Selbstvermarktung

HenryG gibt an, bereits an einer Content-Strategie zu arbeiten, die dem Fan die Spieler mit einem Doku-Charakter näher bringen soll. Nur mit dem Aufbau der Marke und mit der Weitsicht, CS:GO als Entertainment-Format und nicht nur als einen Sport zu sehen, kann dieses Millionen-Unterfangen Früchte tragen. Denn eines ist klar, nur von den Preisgeldern wird Cloud9 seine Spieler nicht bezahlen können.

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